Nach 2 Jahren Stille das bisher wichtigste Album, seit ich Musik mache. TOD beschreibt das Ende und den Anfang zugleich und ist direkt auf Platz 1 in den Charts eingestiegen.
Wenn man sich mit dem Album beschäftigt, dann merkt man, dass Fynn Kliemann wirklich eine Veränderung durchgemacht hat und vermutlich noch nie so bei sich gewesen zu sein scheint.
Natürlich sind da immer noch viele Spielereien in Sachen Sound, Eastereggs und Querverweise, die wenn überhaupt nur Fynn Kliemann selbst versteht. Aber in seiner Sprache ist „TOD“ ganz klar. Auf „TOD“ ist Fynn Kliemann rappiger als je zuvor. „TOD“ will sich nicht hinter Phrasen oder Fassaden verstecken. Die Songs erzählen auf unterschiedliche Arten und Weisen von einem Ende und dem neuen Anfang, aber auch von vielen kleinen Momenten dazwischen.
„Der schönste Scheiß, den ich je gemacht habe“
Da ist zum Beispiel „FIN“, der erste Song, der für das Album entstanden ist. Ein melancholischer Blick in das Auge des Sturms und das Gefühl, wenn einem der Kopf von den Schultern kippt, aber keiner da ist, um die rauchende Rübe zu halten. „JPG“ wühlt dafür in Erinnerungsfragmenten des eigenen Erwachsenwerdens. Ganz anders „Terpentin“, das mit voller Kraft die Flucht und den Blick nach vorne wagt.
Und dann ist da noch „TOD“. Der Titeltrack des Albums ist ein Zwiegespräch mit diesem alten Freund, der doch eigentlich nur ein Spiel spielen will. Ein kleiner Tauschhandel. Vielleicht endet etwas, vielleicht beginnt etwas Neues. Vielleicht auch nicht. Mal sehen. Wer weiß das schon so genau. Aber bis dahin ist es, wie Fynn Kliemann im Intro seines neuen Albums sagt: „Das hier ist der schönste Scheiß, den ich je gemacht habe.“
„TOD“ von Fynn Kliemann erschien am 10.01.2025. Das Album war ausschließlich unter oderso.cool erhältlich und wurde einmalig auf Vinyl produziert, und dann nie wieder. Denn eben auch „TOD“ ist vergänglich.
Text: Jan Wehn